Tschiche-Demokratiepreis

Zur Ehrung unseres langjährigen Ehrenvorsitzenden Hans-Jochen-Tschiche lobt der Landesverband Sachsen-Anhalt von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN alle zwei Jahre einen Gedenkpreis aus – den Hans-Jochen-Tschiche-Gedenkpreis zur Förderung von Engagement, Demokratie und Parlamentarismus.

Ein besonderes Anliegen war Hans-Jochen Tschiche die Stärkung demokratischer Akteur*innen der Zivilgesellschaft, des Parlamentarismus und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Dies wollen wir weiterhin fördern.


Der Demokratiepreis

Mit dem Tschiche-Demokratiepreis werden Menschen und Initiativen ausgezeichnet, die sich in herausragender Weise für eine offene, plurale und demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt einsetzen.

Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die zu Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt führen, stehen im Fokus dieses Preises.

Ein besonderes Anliegen war Hans-Jochen Tschiche die Stärkung demokratischer Akteur*innen der Zivilgesellschaft, des Parlamentarismus und nicht-rechter Jugendlicher sowie die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Dies wollen wir weiterhin fördern.

Für einen Vorschlag spielt die Nationalität der Vorzuschlagenden keine Rolle, ihr Wirkungsort sollte jedoch (auch) in Sachsen-Anhalt liegen.

Vorschlagsrecht: Auszeichnungswürdige potenzielle Preisträger*innen können von allen im Bundesland Sachsen-Anhalt lebenden Menschen und hier aktiven demokratischen Vereinen und Initiativen vorgeschlagen werden.


Die Preiskriterien

Vorgeschlagen werden können alle, die aktiv für demokratische Werte einstehen. Dabei bitten wir insbesondere und vordringlich um die Nominierung von kleinen, noch nicht einem größeren Publikum bekannten Initiativen oder von mutigen Einzelpersonen, die sich z. B. einsetzen für:

  • die Zurückdrängung des Rechtsextremismus
  • den Abbau von Alltagsrassismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit
  • die Unterstützung von Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
  • die Aktivierung und Stärkung kommunaler demokratischer Akteur*innen
  • die Stärkung und Unterstützung zivilgesellschaftlicher Strukturen
  • die Stärkung und Unterstützung von Demokratie und Parlamentarismus
  • die Förderung demokratischer und weltoffener Jugendkulturen
  • die Förderung von Demokratie als Wirk- und Gestaltungsprinzip
  • die Partizipation von Jugendlichen
  • die Integration von Geflüchteten und Migrant*innen
  • die Förderung interkultureller Kompetenz
  • die Analyse, Beratung, Unterstützung oder (Jugend-)Bildung mit dem Ziel, einen Beitrag zur Stärkung der demokratischen und parlamentarischen Kultur zu leisten

Die Preisträger*innen

2022: Razak Minhel
Seit fast 30 Jahren setzt sich Razak Minhel mit seinen Ideen, ganzer Kraft, mit Durchsetzungsvermögen und großem Engagement für die tolerante, vielfältige, demokratische Gesellschaft ein. Er ist Mitgründer des Multikulturellen Zentrums Dessau e. V. (MKZ), eine der allerersten Migrant*innenorganisationen in Sachsen-Anhalt. Er schuf damit einen Ort der Beratung und Unterstützung von und für Menschen mit Migrationsgeschichte, einen Ort des Kennenlernens und des Austausches unterschiedlicher Religionen, Kulturen, politischer Ansichten. Mehr

2019: „Oschersleben ist bunt“ sowie Susanna und Markus Nierth
Die Initiative „Oschersleben ist bunt“ besteht aus engagierten, jungen Menschen, die sich unter hohem persönlichem Einsatz selbst organisieren. Sie gestalten ihr Lebensumfeld für sich und andere und unterstützen dabei Geflüchtete sowie Opfer rechter Gewalt. Mehr

Susanna und Markus Nierth sind Botschafter des „Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt“. Persönlicher Bedrohung zum Trotz macht das Ehepaar Mut für den Einsatz gegen Rechtsextremismus und für unsere moderne Demokratie. Mehr

2017: „Buntes Roßlau“
Die Initiative „Buntes Roßlau“ (Preisträger 2017) wurde 2015 in Reaktion auf fremdenfeindliche Aufmärsche in Roßlau gegründet. Mit wechselnden Mitstreiter*innen organisieren sie Begegnungen, ein jährliches Rockfestival oder Wohltätigkeitsaktionen wie „Weihnachten im Schuhkarton“ im Jahr 2016 oder ein Weihnachtsessen für Bedürftige in 2017. Die Initiatoren mussten wiederholte Anschläge gegen ihre Wohnung und ständige Anfeindungen wie Demonstrationen vor ihrem Haus aushalten. Mehr



Das Vorschlagsverfahren und die Vorschlagsfrist

Du willst eine spannende Initiative oder einen außerordentlich engagierten Menschen für die Preisträgerschaft empfehlen? Dann sende uns bitte ein kurzes, aber aussagekräftiges Vorschlagsschreiben (wir freuen uns aber auch sehr über Vorschläge in neueren medialen Formaten wie Videos, Tweets, Blogbeiträgen, etc.) zu.

Dieses Schreiben/Ihre Nachricht sollte hinreichend umfangreiche Informationen zu den/dem/der Vorgeschlagenen enthalten (Name/Bezeichnung, Ort und Art der Tätigkeit, usw.) und eine Begründung mitliefern, welche den besonderen Verdienst im Sinne der obigen Kriterien klar benennt.

Der Umfang dieses Schreibens sollte neben dem Anschreiben nach Möglichkeit 3 DIN-A4-Seiten bzw. 12.000 Zeichen nicht überschreiten. Bitte sende Sie uns deinen Vorschlag als Textdatei (oder Brief, Link oder Datenträger) entweder digital an:

demokratiepreis@gruene-lsa.de

oder postalisch an:

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt
z. Hd. Jury Demokratiepreis
Otto-von-Guericke-Str. 65
39104 Magdeburg

Der Einsendeschluss für Vorschläge wird an dieser Stelle bei der nächsten Ausschreibung bekanntgegeben.


Das Auswahlverfahren

 Alle Vorschläge werden von einer sechsköpfigen Jury (bestehend aus Vertreter*innen der Familie Hans-Jochen Tschiches und von Miteinander e. V., der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt sowie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt) gesichtet und bewertet.

Der Preis und die Preisverleihung

Der Hans-Jochen-Tschiche-Gedenkpreises ist mit einem Geldpreis in Höhe von 1.000 Euro dotiert.

Die Verleihung und Übergabe an die/den Gewinner*innen erfolgt im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.