Pate werden

Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende

Im Soundtrack meiner durchaus politischen Jugend gab es neben Punksongs und WaderWeckerMay diesen einen kleinen und etwas krachigen Song von Gerhard Gundermann:

halte durch wenn\'s irgendwie geht
bist doch \'ne kluge frau
bist doch \'n erfahrner planet
wir machen dich zur sau

Ein Lied über die Erde und was wir mit ihr tun… tausendmal mitgesungen und jedes Mal ein bisschen angefasst. Und immer wieder ein bisschen mehr in Angst: Was ist denn, wenn sie nicht durchhält? Wie lange geht das noch? Wie viel Sinn macht es, im Geist und praktisch die großen Gerechtigkeitsfragen lösen zu wollen, wenn uns gleichzeitig die Welt unterm Hintern wegbröselt? Und wie viel größer werden die Gerechtigkeitsfragen angesichts unseres Konsums?

wir ham den amazonaswald zersägt
zur strafe hast du afrika das wasser abgedreht
ach mama das ist doch die falsche addresse
das abendland braucht auf die fresse

Und so wurde ich, spätestens als mein Blick auf die Welt sich um den Blick auf die Welt meiner Kinder erweiterte zum „Grünen Schaf“ in meiner linken Familie. Es dauerte ein bisschen, bis meine Leute verstanden, dass das Eine das Andere nicht ausschließt.

Die ganz konkreten Fragen in den Kommunen, in den Kreisen und Ländern, in der Bundesrepublik fair und gerecht anzugehen und doch gleichzeitig immer das Große Ganze im Blick haben, sich nicht nur um das eigene Leben zu scheren, und das der eigenen Wähler, sondern um das Überleben der Welt – das macht den Unterschied zu anderen Parteien, deswegen bin ich bei BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN. Nirgends wird dieser Unterschied zu den großen linken Parteien in der Bundesrepublik so deutlich, wie da, wo Umweltschutzbedürfnisse auf Arbeitsplätze treffen. In Sachsen-Anhalt zum Beispiel bei der Frage der Zukunft der Braunkohle. (Und so heruntergebrochen klingt es dann schon wieder beruhigend unpathetisch). Ich freue mich als Landesvorsitzende der GRÜNEN im Kleinen und Großen am Durchhalten der Welt zu arbeiten. Und an den großen Gerechtigkeitsfragen.

Berufliches und Persönliches

Geboren in Berlin zog ich 2008 nach Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, hier lebe ich mit meinem Mann und den jüngeren zwei meiner drei Kinder. Ich bin evangelisch, Krankenschwester, Stadträtin in Quedlinburg und Mitglied des Landkreises Harz. Gerhard Gundermann höre ich noch heute gern