Buchvorstellung und Diskussion: Gegen Frauenhass – Heinrich-Böll-Stiftung

Der Partner oder Ex-Partner ist statistisch gesehen leider der gefährlichste Mensch im Leben einer Frau. Christina Clemm ist Strafverteidigerin, sie hat hunderte Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt vertreten. Und sie ist wütend – weil in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau von ihrem (Ex-)Partner umgebracht wird. Weil Frauen beim Arzt, in der Arbeit und auf offener Straße Gewalt erleben und niemand etwas dagegen tut. Warum nicht? Ist es Unkenntnis, Hilflosigkeit, Desinteresse? Oder liegt dem Ganzen ein tief verwurzelter Frauenhass zugrunde? Clemm zeigt, wie allgegenwärtig die Gewalt gegen Frauen ist, und spricht darüber, was wir verändern müssen – politisch wie privat.

Nach der Vorstellung ihres Buches Gegen Frauenhass durch die Autorin, spricht Dr. Nicole Bartsch (Fachhochschule Polizei, Fachgruppe Sozialwissenschaften) mit Christina Clemm darüber, was es an politischen, sozialen, aber auch institutionellen Veränderungen braucht, damit Frauen geschützt werden. Welche Möglichkeiten des polizeilichen Handelns gibt es und wie kann die Polizei ihrer Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt nachkommen und wo liegen die Grenzen des Gewaltschutzgesetzes.

Christina Clemm, geboren 1967, ist Rechtsanwältin für Straf- und Familienrecht in Berlin. Seit fast dreißig Jahren vertritt sie Opfer geschlechtsspezifischer und rassistisch motivierter Gewalt. Zuletzt erschien von ihr das Buch Akteneinsicht – Geschichten von Frauen und Gewalt (2020).

Weitere Infos: https://calendar.boell.de/de/event/gegen-frauenhaus
Wednesday
24.04.2024
16:00 ‐ 17:30 o'clock
Fachhochschule der Polizei Sachsen-Anhalt, Schmidtmannstraße 86, 06449 Aschersleben, Deutschland
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