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Der Wolf im Wolfspelz

Um den Wolf ranken sich viele Legenden. Wir stehen für einen fairen Interessenausgleich zwischen Naturschutz, den Nutztierhalter*innen und der Bevölkerung.

Warum ist der Wolf wichtig?

Bevor der Mensch den Wolf nahezu ausrottete, waren Wölfe die „Gesundheitspolizei“ des Waldes.Sie erfüllen eine wichtige Funktion im Ökosystem. Da der Wolf häufig kranke und schwache Tiere frisst, hält er den Bestand seiner Beutetiere „gesund“. Er nutzt auch der Land- und Forstwirtschaft. Durch seine Anwesenheit wird verhindert, dass sich große Gruppen von Wild lange am selben Ort aufhalten. Somit werden Schäden am Baumbestand des Waldes reduziert. Der Wolf macht auch Jagd auf Wildschweine. Somit reduzieren sich auch entsprechende Fressschäden in der Landwirtschaft.

Wir wollen deshalb die Akzeptanz des Wolfes als heimische Tierart vorantreiben.

Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt

Seit 2008 sind Wölfe in Sachsen-Anhalt wieder heimisch geworden. In den Jahren 2015/16 zählte das Landesamt für Umweltschutz zehn Rudel und drei Wolfspaare im Land. Insgesamt leben in Sachsen-Anhalt laut dieser Zählung 78 Wölfe.

Akzeptanz

Seit seiner Rückkehr stellt der Wolf die Bevölkerung, Tierhalter*innen sowie Behörden vor Herausforderungen. Nicht bei allen Menschen im Land stößt der Wolf auf Akzeptanz. Aus diesem Grund wird derzeit vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt die Leitlinie Wolf überarbeitet. Neben der Regelung der staatlichen Zuständigkeiten beim Wolfsmanagement und Herdenschutz, soll die Leitlinie in Zukunft auch eine Richtschnur für die Verwaltung, Tierhalter*innen und Bürger*innen sein.

Prävention

Am 1. Februar 2017 wurde durch unsere GRÜNE Ministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert die Förderung von Präventionsmaßnahmen für den Schutz von Nutztieren gegen den Wolf angekündigt. Damit wird ein wichtiger Punkt aus dem Koalitionsvertrag in die Tat umgesetzt.

Wölfe sind von Natur aus auf Huftiere spezialisiert. Zu seinen Beutetieren zählen neben Rehen, Rothirschen und Wildschweinen auch Schafe und Ziegen. Bei langen Streifzügen kommt er immer wieder mit Weidetieren in Kontakt. Besonders gefährdet sind Nutztiere in der nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft sowie Schafe in der Landschaftspflege und beim Deichschutz. Daher müssen in Wolfsregionen Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Mit dem geplanten Wolfskompetenzzentrum in Iden werden ein effizienter Herdenschutz und eine umfassende Beratung bei der Wolfsprävention sichergestellt. Nicht zuletzt für Nutztierhalter*innen ist das eine wichtige Neuerung.

Doch auch für den praktischen Schutz der Herden wird etwas getan: In Zukunft werden neben der Anschaffung von Elektro-Zäunen auch Herdenschutz-Hunde gefördert. Damit werden die Nutztierhalter*innen beim Herdenschutz finanziell entlastet.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Beratung der Bevölkerung. Mit den Wolfsberatern wird in Zukunft vor Ort in den Schulen, Kitas und Vereinen wichtige Aufklärungsarbeit geleistet. Ist es ’normal‘, dass ein Wolf nachts durch eine Ortschaft streift? Ist es ’normal‘, dass ein junger Wolf nicht sofort beim Anblick eines Menschen flüchtet? All diese Fragen können von den Expert*innen beantwortet und erläutert werden.

Wolfsrisse und Schutz der Bevölkerung

Im Falle eines Risses muss der Schadensausgleich für Tierhalter*innen zügig erfolgen. Für die Zahlung von Schadensausgleich in Sachsen-Anhalt, ist in Zukunft zentral das Amt für Landwirtschaft und Forsten Anhalt in Dessau zuständig. Damit werden Anträge auf Entschädigung an einer kompetenten Stelle gebündelt und die Auszahlung von Entschädigungsleistungen verkürzt. Darüber hinaus wird durch zusätzliche Rissbegutachter sichergestellt, dass mögliche Wolfsrisse schneller geprüft werden.

Es gibt sehr klare Regeln, die es ermöglichen einen Wolf, der seine natürliche Scheu vor dem Menschen verloren hat, aus der Wildbahn zu entnehmen – ihn also zu schießen. Eine Diskussion über die Aufnahme von Wölfen in das Jagdrecht lehnen wir daher ab.



 Stand: 03. Februar 2017