Close

6. April 2018

Gesundheits-Versorgung für alle muss so selbstverständlich sein, wie es klingt

Zum Weltgesundheitstag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Universal Health Coverage“ („Flächendeckende Gesundheitsversorgung“) steht, erklärt die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz:

„Es muss mit Sorge und Scham erfüllen, dass in diesen modernen Zeiten für die Hälfte der Weltbevölkerung keine auch nur ansatzweise ausreichende Gesundheitsversorgung zur Verfügung steht. Sorge und Vorsorge für die Gesundheit sind grundlegende Rechte und es ist eine gemeinsame Aufgabe an die Menschheit, diese für alle zu erfüllen.

Auch in Deutschland muss man 2018 um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung für alle besorgt sein. Der Rückzug von Ärzten aus dem ländlichen Raum und die drastische Unterversorgung im Bereich Geburtshilfe sind nur zwei Beispiele dafür. Es braucht konzertierte Anstrengungen und innovative Ideen des Gesundheitsministers Jens Spahn, um hier wirksam gegenzusteuern.

Gute Gesundheitsversorgung muss solidarisch, gerecht und verlässlich finanziert sein. Dazu gehört, dass die Bundesländer ihrer Pflicht zur Finanzierung von Investitionen zuverlässig nachkommen. Dazu gehört auch eine solidarisch ausfinanzierte Krankenkasse. Die bisherige Trennung in private und gesetzliche Krankenversicherung führt zu einer Zwei-Klassen-Medizin, die sich auch regional auswirkt. Wir setzen dem die Idee einer Bürgerversicherung für alle entgegen. Die Beiträge bleiben stabil, wenn Starke für Schwache einstehen und Junge für Alte.

Trotz Versicherungspflicht gibt es auch in Deutschland Menschen ohne Krankenversicherung, beispielsweise Wohnungslose, Geflüchtete und Selbstständige mit zu geringem Einkommen. Die Gesundheitsversorgung für solche Menschen ist auf das überlebensnotwendigste beschränkt. Auch hier kann eine solidarische Bürgerversicherung Versorgungslücken schließen.

Gute Gesundheitsversorgung braucht gute Pflege. Die Anerkennung und Aufwertung der pflegenden Berufe und der pflegenden Angehörigen – die Kommunikation mit ihnen auf Augenhöhe – kann dazu führen, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung quantitativ und qualitativ zu sichern. Hier ist Jens Spahn in der Pflicht, mehr zu liefern, als mit Andreas Westerfellhaus einen Patientenbeauftragten aus der „Szene“ zu präsentieren und gerade mal 8000 Stellen für die Altenpflege zu schaffen.