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8. Juni 2017

Geblogt: Die Sache mit dem Konjunktiv

Landesvorsitzende Susan Sziborra-Seidlitz beim Paddeln auf dem See.

Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

Ein Text von Susan Sziborra-Seidlitz | Ich habe einen Freund verloren. Vor mehr als zwanzig Jahren war er mir politischer Mentor, inspirierendes pädagogisches Vorbild und erbitterter Gegner beim Kartenspielen. Wir sind dann verschiedene Wege gegangen – privat und politisch – und diese haben uns voneinander entfernt, aber wir hatten uns im Auge. Und vor Allem im letzten Jahr hatte ich den festen Vorsatz, diese Entfernung als Resonanzraum zu nutzen und mir von ihm komplett außerhalb meiner Filterblase bei einem Bier und einem Kartenspiel einen Abend lang mal feedbackmäßig so richtig den Kopf geradesetzen zu lassen. „Sollten wir nicht mal wieder….?“ Zu spät. Er ist nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Ich wusste nichts von seiner Erkrankung. Letzte Woche gingen wir mit ihm seinen letzten Weg. Kein Bier mehr mit Marko.

“Sollten wir nicht mal wieder…?“

Nach seinem Tod trieb mich die Frage um, wie lange wir oft so ein „Sollten wir nicht mal wieder…?“ mit uns herumtragen, und es dann nicht tun, bis es zu spät ist. Das gilt für Kontakte zu alten und neuen, engen und entfernteren Freunden genauso, wie für Dinge die uns gut tun: „Sollte ich nicht mal wieder ganz in Ruhe ein Buch lesen?“, „Sollte ich nicht mal wieder abends zum Ditfurter See radeln?“, „Sollte ich nicht mal wieder mit den Kolleginnen um die Häuser ziehen?“, „…. Nach Prag fahren?“, „……Kopfstand machen?“, „…….malen, schreiben, Gitarre spielen, paddeln?“, „Sollten wir nicht schon ewig mal wieder ans Meer fahren?“

Ehe es zu spät ist!

Die Meere der Welt, auch die vor unserer Haustür sind vermüllt, effektiver Umweltschutz für die Ökosysteme in Nord- und Ostsee wird von der Bundesregierung verpennt, als Folge der Klimakatastrophe werden die Strände und Ufer schon in Kürze kaum wieder zu erkennen sein. Die Ozeane sind akut bedroht. Deswegen sollten wir nicht nur heute am Tag des Meeres mutig und hörbar für den Klimaschutz, gegen Plastikmüll und für konsequenten Naturschutz eintreten. Wir sollten mal wieder all die Dinge sagen und tun, die GRÜNE eben sagen und tun, und die – so frustrierend die Auseinandersetzungen manchmal auch sein mögen – in der Vergangenheit für großartige Veränderungen gesorgt haben. Trump und der „Berliner Kreis“ der CDU zeigen, dass es sich neben dem konservativen auch einem klimapolitischen Rollback entgegenzustellen gilt. Und das dringend und konsequent. Gute Klima- und Umweltpolitik machen nicht nur uns GRÜNE erfolgreich, sie machen unser Land erfolgreich. Und nur sie helfen, unsere Ressourcen zu erhalten und die wunderbaren Landschaften vom bayerischen Wald über Heide und Harz bis hin zu den Küsten von Nord- und Ostsee.

Auf ein Gespräch in Gedanken

Und ich fahre dann bald mal wieder ans Meer und trinke an Strand ein Bier auf Marko und werde in Gedanken mit ihm reden. Darüber, was uns bei aller politischen Entfernung immer geeint hat: Dass wir niemals zulassen dürfen und niemals zulassen werden, dass es für irgendetwas politisch zu spät ist.